Food & Beverages | 10.04.2018

Kinder wählen Speisen emotional aus

Fotostrecke Kleine Gäste - großer Anspruch / Foto: Familotel Deichkrone

Herr Kögler, Herr Ott, was macht die Verpflegung von Kindern besonders aus und worin liegen die Unterschiede zur Kulinarik für Erwachsene?

Kögler: Kinder sind meistens Trennköstler, das liegt an der Evolution. Sie essen ein Würstchen, aber kein Brot dazu, oder Reis „ohne alles“. Im Kleinkindalter ernähren sich Kinder definitiv gesünder als Erwachsene, wenn man sie essen lässt, was sie möchten. Wir haben ein separates Kinderbüfett, das niedriger gebaut ist als der Erwachsenenbereich. So können sich die Kinder alle Speisen anschauen und sich selbst bedienen.

Ott: Kinder wählen ihre Speisen meist rein emotional und geschmacksorientiert aus, auch die Optik spielt eine Rolle. Das, was sie als lecker kennen oder was schön beziehungsweise lustig aussieht, wird bevorzugt auf den Teller gelegt. Die gesunde Küche – mit zum Beispiel Gemüse – muss geschickt verpackt werden, damit Kinder zugreifen. Erwachsene hingegen wählen ihr Essen bewusster aus, sie planen Speisen und bedenken Risiken, hier wird mehr rational entschieden.  

Auf welche Produkte setzen Sie, um die kleinen Gäste ihren Ansprüchen und Erwartungen entsprechend zu verpflegen? Müssen es immer Fischstäbchen und Chicken Nuggets sein?  

Kögler: Wichtig ist frisch zubereitetes Essen, keine Fertiggerichte. Bei uns gibt es auch manchmal Fischstäbchen oder Chicken Nuggets, einfach weil die Kinder daran gewöhnt sind und solche Dinge mögen. Wir bieten statt Fischstäbchen aber lieber ein Fischfilet mit Knusperdecke an, das schmeckt den Kindern genauso gut. Eine gesunde Ergänzung oder Alternative anzubieten, hat für mein Team und mich höchste Priorität. 

Ott: Fischstäbchen und Chicken Nuggets gehören vor allem deshalb zu den beliebten Klassikern, da sie in Fett zubereitet werden. Und Fett ist Geschmacksträger. Allerdings gibt es auch zahlreiche gesunde Alternativen. Wichtig hierbei ist, die Speisen für die Kinder attraktiv zu machen. Frische Zubereitung und gutes Abschmecken machen die leckere und dennoch gesunde Küche für Kinder aus.

Die Eltern haben meist ganz andere Vorstellungen davon, was der Nachwuchs zu sich nehmen sollte. Wie können Kinder zu gesünderer Ernährung motiviert werden?

Kögler: Unsere kleinen Gäste haben dank Kinderprogramm – Reifen-Wasserrutsche, Softplayanlage, Turnhalle, Kletterwald und so weiter – richtig Hunger. Um ihre Energiespeicher aufzufüllen, greifen sie ganz automatisch nach buntem, abwechslungsreichem Essen. Wir unterstützen dies, indem wir ganz verschiedene Obst- und Gemüsesorten anbieten, die wir zusätzlich in witzige Formen schneiden und kindgerecht dekorieren.

Ott: Gesunde Ernährung bei Kindern ist sehr wichtig. Um ihnen dies auch zu vermitteln, spielt die Präsentation der Speisen eine große Rolle. Neben der kindgerechten Zubereitung ist es auch wichtig, den Kindern die angemessene Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. So fühlen sich Kinder, denen zum Beispiel beim Abendessen ein eigenes Kinderrestaurant oder Büfett zur Verfügung steht, wahrgenommen und verstanden. Die Bereitschaft, die extra zubereiteten Speisen zu essen, steigt dadurch deutlich.

In Familienhotels sind ja nicht nur Kinder zu Gast, sondern auch Angehörige, etwa Eltern oder Großeltern. Wie lässt sich ein kulinarisches Angebot aufstellen, das beide Zielgruppen anspricht und in einer Küche produziert wird?

Kögler: Wir haben wie bereits erwähnt getrennte Büfettbereiche für Kinder und Erwachsene und bieten überwiegend verschiedene Gerichte an. Manches lässt sich in der Küche ganz gut miteinander kombinieren. Wenn es für Kinder das als Beispiel genannte Fischfilet mit Knusperdecke gibt, dann backen wir das Zanderfilet für die Eltern und reichen eine Remoulade dazu.

Ott: Verschiedene Zielgruppen bedeuten verschiedene Geschmäcker. Die Küchen unserer Familotels beispielsweise sind darauf eingestellt. Dabei wird vor allem darauf geachtet, dass die Angebote für Erwachsene und Kinder entsprechend zubereitet und präsentiert werden, sodass jeder im breiten Angebot das für sich passende finden kann – egal, ob Groß oder Klein, Vegetarier, Fischfreund oder „Allesesser“.

www.kinderhoteloberjoch.de

www.familotel.com

Das Interview ist in Superior Hotel 1-2018 erschienen. Die Fragen stellte unsere Redakteurin Maren Bielecke.


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