Hotelprojekte | 12.12.2018

Bestandsprobe für The Liberty

Fotostrecke Das designstarke The Liberty in Bremerhaven lädt seit Anfang des Jahres Gäste ein, an einem historischen Standort das Gefühl von Freiheit und Sehnsucht zu spüren / Foto: The Liberty Hotel

Ein knappes Jahr Probezeit liegt hinter dem Team um Cornelia Meyer, Hoteldirektorin des The Liberty, dem neuen Vier-Sterne-Superior-Hotel in Bremerhaven. Der Standort ist mutig gewählt, birgt aber auch ein enormes Potenzial. So galt die Seestadt lange Zeit als Armenhaus, hat sich in den letzten Jahren jedoch rasant entwickelt und mit der Zeit zur Boomtown gemausert.

Die Investoren der Raphael-Hotelgruppe erkannten dieses Potenzial früh und ließen den Hamburger Architekten Andreas Heller das Hotel The Liberty in direkter Nachbarschaft zum weltberühmten Deutschen Aus­wandererhaus planen. An diesem historischen Standort fügt es sich als Themenhotel perfekt ein. „Wir möchten mit dem neuen Hotel einen Beitrag zur Förderung des in- und ausländischen Tourismus am Wirtschaftsstand­ort Bremerhaven leisten und seine touristische Identität in Bezug auf die einzigartige Historie als Auswande­rerhafen stärken“, erklären Hans Gerst und Walter Brandner, die geschäftsführenden Gesellschafter der Raphael Hotelgruppe.

Aufbruch in eine neue Welt

Mit der Hoteldirektorin Cornelia Meyer, die im Juni 2018 ihren Dienst antrat, war dann auch das Team im The Liberty komplett. Meyer kennt „den bunten Blu­menstrauß der Hotellerie“, wie sie sagt. Zuletzt war sie für das Romantik Hotel Bergström und das Hotel Altes Kaufhaus in Lüneburg tätig. Davor verantwortete sie das Atoll Ocean Resort auf Helgoland als Direktorin. Es ist offensichtlich, dass Cornelia Meyer dem Norden eng verbunden ist. „Als Tochter eines Berufssoldaten bin ich zwischen Umzugskartons groß geworden, meine Heimat habe ich aber im Norden gefunden“, sagt die Hoteldirektorin, die nun in Bremerhaven Wurzeln schlagen will.

Auf der Suche nach einer neuen Heimat waren Mitte des 19. Jahrhunderts auch sieben Millionen Auswan­derer, die auf das Ablegen ihres Schiffes gen Amerikagewartet haben. Die Sehnsucht nach Freiheit, die Aufbruchsstimmung und das Gefühl des Neuanfangs können die Gäste des The Liberty Hotels noch heute nachempfinden, wenn sie auf einem der umlaufenden Balkone des Hotels stehen, den Blick über die histori­sche Hafenkante schweifen lassen und nicht weit ent­fernt das Meer sehen.

Weltoffen und freiheitsliebend

Die thematische Anbindung an das Deutsche Auswan­dererhaus und New Yorks Freiheitsstatue als Namens­geberin des The Liberty Hotels spiegeln sich auch im Inneren der 98 Zimmer und Suiten wider. Liebevoll ausgesuchte Details erzählen Geschichten von Sehn­sucht, Fernweh und legendären Ocean Linern. „Wir wollen mit The Liberty die Sehnsucht nach dem Rei­sen bei unseren Gästen wecken“, sagt Cornelia Meyer. Weltoffenheit und Freiheit sind dabei elementare Be­standteile des Konzepts. Sie finden sich ebenso in der Bauweise des Hotels wieder, wie im Ambiente und der kulinarischen Ausrichtung des Restaurants.

Die Weltoffenheit können sich die Gäste, überwiegend Touristen aus aller Welt und Geschäftsreisende, im hoteleigenen Restaurant Mulberry Street auf der Zunge zergehen lassen. Dafür zeichnet Küchenchef Phillip Probst verantwortlich. Seine Küche, die er nach eigenen Worten an den New Yorker Lebensstil anlehnt, ist eine Mischung aus verschiedenen kulturellen Ausrichtungen von „typisch Norddeutsch“ bis zu kulinarischen Köstlichkeiten aus China Town und Little Italy. Der Bezug zum imposanten Nachbarn, dem Deutschen Auswandererhaus, ist damit nicht nur sichtbar, er lässt sich gustatorisch nachspüren. Wer mag, genießt nach dem Dinner im modern und stilvoll eingerichteten Restaurant seinen Drink im Penthouse des Hotels. Hier hat sich die Bar New York als ange­sagte Location für einen Abend in gemütlicher Runde und mit spektakulärem Blick über das Hafenviertel etabliert.

Moderne Personalführung als Teil des Konzepts

Die Freiheit zu sein, wer und was er will, gesteht man im The Liberty nicht nur den Gästen, sondern auch den Kollegen zu. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es gut ist, Menschen ihre Frei­heit zu lassen, damit sie ihr volles Potenzial auszuschöpfen lernen und eigenständiger werden“, sagt Meyer. Für die Hoteldirektorin ist es selbstverständlich, dass alle 62 Mitarbeiter und die drei Aus­zubildenden sich mit einbringen können. Aus diesem Grund hat sie das Daily Meeting initiiert, bei dem alle Abteilungen durch ein Teammitglied vertreten sind. „Wir stimmen uns ab und besprechen, was für den Tag anliegt. Das stärkt das Wir-Gefühl ungemein und alle fühlen sich für den Erfolg des Hotels mitverantwortlich.“ Meyer betont, dass dank der familiären Strukturen Entscheidungen auf kurzem Wege getroffen werden könnten, der Austausch deut­lich direkter, die Arbeit effizienter sei. „Unsere Art der Zusammen­arbeit macht uns zu einem Speed Boot, das das Potenzial hat, an den großen Dampfern vorbei zu ziehen.“

Das Ziel für die nächsten Jahre ist ehrgeizig: „100 Prozent Auslastung“, sagt Cornelia Meyer stellvertretend für ihr Team. Inwiefern sich das erfüllt und ob The Liberty ebenso standhaft ist wie die Namensgeberin an der Spitze New Yorks, wird sich zeigen.

www.thelibertybremerhaven.de

Die Reportage von Carina Jürgens über das The Liberty Hotel erschien zuerst in Superior Hotel 4-2018.


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