Reportage & Interview | 24.03.2020

Meiko-Technik hinter „Schwedischen Gardinen“

Fotostrecke Design Hotel Liberty Offenburg Aus einem alten Gefängnis in Offenburg entstand vor wenigen Jahren das Design-Hotel Liberty / Foto: Markus Dietze

Wuchtige Mauern, winzige Fenster, Türen so niedrig, man muss gebeugt in die Zelle eintreten. Ein echter Zweckbau, eine Haftanstalt, ein Knast – 160 Jahre lang der Albtraum für Gauner, Revolutionäre und politisch Verfolgte. Kann das ein Ort der Freiheit sein? Und wie! „Der perfekte Zufluchtsort“, „Design-Hotel der Extraklasse“, „Bestes Projekt 2017“; das Resümee der Presse spricht Bände. Im baden-württembergischen Offenburg wurde 2017 gezaubert: Aus einem in die Jahre gekommenen Stadtgefängnis wurde ein Designhotel, das die Freiheit feiert. Und im Gegensatz zu früher möchte diese Mauern heute niemand mehr verlassen. Das Spiel mit den Kontrasten wirkt – willkommen in der Freiheit, im Hotel Liberty.

„Kann ich einen Blick in meine alte Zelle werfen?“

Geschäftsführer Heiko Hankel lässt es sich nicht nehmen, Gäste persönlich durchs Haus zu führen. „Ich bin im operativen Geschäft voll dabei, daher gibt es für mich keine Routine“, sagt er da, wo der Alltag so streng geregelt war, wie nirgends sonst in der Stadt. Seit 2018 koordiniert der gelernte Hotelfachmann nun hinter „schwedischen Gardinen“ und kennt die Geschichten des imposanten Baus auch von früheren Insassen, die sich ein Herz fassten. Ob man wohl einen Blick in die alte Zelle werfen dürfe? Natürlich. Und so folgten oft emotionale Anekdoten aus der Zeit, als Häftlinge hier lebten und keine Gäste. Schon beim Umbau fanden Handwerker Überbleibsel aus 160 Jahren Knastalltag in den Wänden: eine Zeitung von Heiligabend 1915, Tabak und eine Stichwaffe.

„Liberty is the key to feel free“ strahlen weiße Leuchtröhren heute in den alten Gefängnishof. Aus schmalen Zellen wurden stylishe Räume, in denen die Geschichte weiterlebt – im Einklang mit dem Denkmalschutz. Für das Liberty wird Offenburg von so mancher Metropole beneidet. Das bemerken auch die Gäste: „Wir hatten viele prominente Schauspieler und Politiker zu Gast und einer brachte es auf den Punkt. So etwas hätte er in New York erwartet, aber nicht in der deutschen Provinz“, erinnert sich Hankel.

Gäste in Gefängniszellen

Das historische Gefängnis war Teil der Stadt und bleibt es auch, nur in neuem Gewand. Am Tag des offenen Denkmals wollten Tausende Besucher einen Blick hinter die berüchtigte Mauer werfen, hinter der sich die beiden Zellengebäude erheben.

Ein gewaltiger Glaskubus überspannt den früheren Innenhof und verbindet die massiven Ziegelbauten. Offen, hoch und voller Licht. Im Inneren ist die Architektur einer Haftanstalt unverkennbar, geht aber auf im Top-Interieur aus Stein, Holz, Leder und Stahl. Gedeckte Farben, edle Grautöne: ein Guss.

Unten der Empfang und das Restaurant Wasser & Brot, auf der Empore die Hotelbar und über allem schwebt ein gläserner Konferenzraum mit 60 Quadratmetern. Fünf Jahre Planung und anderthalb Jahre Umbau waren dafür nötig. Heute strotzt das ganze Gebäude vor Liebe zum Detail. Fenstergitter, Wandlampen in Form von Sanduhren, Fluchtseile schlängeln sich das Treppenhaus hinab und Leitern aus Leuchtröhren versprechen einen Ausweg. Es gibt sogar eine Hymne: „My Liberty“, aus der Feder des Opernsängers Niclas Oettermann, komponiert mit dem Multitalent Joanna Choi. Täglich um 21:30 Uhr stimmen die Mitarbeiter in die Hommage an „ihr“ Liberty ein. Es ist also kein Zufall, dass schon im ersten Jahr 120 Magazine über das Hotel berichteten und sich Influencer hier die Klinke in die Hand geben.

„Der Trend geht zu Buy-outs“, erklärt Hankel beim Gang durch den mächtigen Flur. Links und rechts säumen alte Zellentüren die Wände. Nur schulterhoch und 120 Kilogramm schwer, unverfälscht mit Durchreiche. „Firmen und private Gäste möchten das Liberty häufig für sich alleine. Für Produktvorstellungen oder Feiern wird dann das ganze Hotel gemietet“, ergänzt er und öffnet die separate Zimmertüre.

Niemand muss sich mehr durch die Zellentüren quetschen, aber sie flößen definitiv Respekt ein. Alle Zimmer bestehen aus mehreren Zellen. Eine einzige wäre nicht zumutbar – ihre Größe war auch für eine Haftanstalt nicht mehr zeitgemäß, als sich die Gefängnistore 2009 zum letzten Mal schlossen. Ganz anders 1845. Das Prestigeobjekt war der Stolz des Großherzogs. Kriminelle kettete man bis dato in Kellern und Stadttürmen an, doch damit sollte Schluss sein. Architekt Heinrich Hübsch wurde auf Weltreise in die USA geschickt, wo es bereits Haftanstalten gab, und entwarf daraufhin das Offenburger Gefängnis. Die Einwohner hatten schnell einen passenden Namen parat: Villa Hübsch.

„Insassen“ von heute dürfen sich aufs „Einsitzen“ mit Stil und Luxus freuen. Holzbalkenwerk, dunkles Eichenparkett, freistehende Badewannen, handgefertigte Möbelunikate, Tablets und moderne Kunst bringen die Ästhetik eines edlen Lofts in die alten Mauern. Die beleuchtete Gewölbedecke zeigt die Umrisse der früheren Zellen. Dafür mussten viele Wände fallen und mit roher Kraft wurden den massiven Mauern Panoramafenster abgetrotzt. Als Diamant wartet unter dem Dach die Roof-Top-Suite zwischen 100 Jahre alten Dachbalken, die schon als Filmkulisse dienten. „Jedes Gefängnis hat seine Tierchen“ lächelt Hankel mit Blick auf eine Plüschratte auf dem Bett, „das hier können unsere Gäste als Andenken mitnehmen“. Vor echten Ratten muss sich heute niemand mehr fürchten, auch nicht vor den Geistern jener Insassen, die diese Mauern nicht lebend verließen. Selbst dafür ist gesorgt: „Vor der Eröffnung, hatten wir einen Schamanen im Haus, der das Gebäude beging, das beruhigt tatsächlich sehr viele Gäste“.

Im Bademantel durch den Stadtpark

Mit 38 Zimmern ist das Liberty kein Riese, sondern baut auf edle Materialien, roughen Stil und Eleganz, ohne die Bodenhaftung zu verlieren. „Wir sind alles, aber nicht steif und liefern dabei Top-Qualität. Das A und O sind unsere Mitarbeiter, weil wir Dienstleistung am Gast betreiben und das leben hier alle“, betont Hankel. Und das Konzept geht auf: 80 Prozent der Gäste verlassen das Hotel während ihres Aufenthalts nicht. Und wenn, dann um durch den Stadtpark in das neue Schwimmbad zu flanieren, das sie kostenfrei nutzen können.

Den Anblick entspannter Menschen, die in Bademänteln aus der alten Haftanstalt schlendern, kennen die Offenburger inzwischen. Die amüsante Szene lässt sich entspannt von der Außenterrasse aus beobachten, die sich zum Park hin öffnet. Wo früher Tischtennis gegen Langeweile half, verbreiten heute 50 Sitzplätze das Flair einer Open-Air-Lounge. Innen wartet das Restaurant Wasser & Brot auf weitere 60 Genießer, während auch im Tasting-Room im Gewölbekeller Genießer und Feinschmecker „eingekerkert“ werden.

Die Zeit der Einheitskost ist vorbei, vom Offen-Burger bis zum Côte de Boeuf wird jeder fündig. Fleisch und Gemüse aus der Region treffen auf Zutaten von Pariser Top-Zulieferern – Qualität ist Pflicht, Wasser und Brot gibt’s noch als Beilagen. Trotzdem hat es das Gefängnis sprichwörtlich auf die Karte geschafft: Die Bilder auf dem Einband stammen alle von den Wänden der Zellen. Erstklassig geht es auch in der White&Brown-Bar zu, dem kleinen Labor. Mit freier Sicht in den Innenhof werden hier tagsüber die Liköre für den Abend reduziert. Sechs edle Sorten Gin – White – treffen auf edle Whiskeys, Cognacs & Co. Ein Klavier erzählt von den Abenden, an denen auf der Empore gejammt wird. Generell wird viel veranstaltet. Lesungen zum Beispiel, wie vom Tatort-Schauspieler Joe Bausch, stilecht im Zellentrakt.

Höchstleistungen auf engem Raum

Die Küche des Libertys überrascht nicht nur mit exzellenten Speisen. Ein Blick hinter die Kulissen lässt staunen: Durch den Denkmalschutz war der nutzbare Platz geradezu winzig, also wurde die Küche den Räumen auf den Leib geschneidert. Kaum vorstellbar, dass hier alle Lebensmittel gelagert und die Speisen zubereitet und angerichtet werden. Und dann ist da noch das Geschirr, das zurückkommt und fix wieder sauber sein muss. Jeder Millimeter zählt! Ohne eine ausgeklügelte Planung, schlanke Prozesse und zuverlässige Technik geht da nichts.

„Wir bauen auf Qualität und wenn die aus der Region kommt: umso besser. Deshalb war Meiko vom ersten Tag an Bord“, begründet Heiko Hankel seine Wahl in puncto Spültechnik. Die Haubenspülmaschine M-iClean H spült das gesamte Geschirr im Alleingang. Ein Kraftakt für die Technik und aufgrund des Raums nur dank Eckaufstellung möglich. Die Haubenautomatik gibt den Takt an und entlastet die Mitarbeiter, die so in der Lage ist, alles im laufenden Betrieb zu spülen. Auch das Raumklima fällt hier stark ins Gewicht, daher ist die Maschine mit Wärmerückgewinnung und Wrasenabsaugung ausgestattet. „Wir pochen auf Qualität, sodass wir professionell arbeiten können und Meiko stand uns schon beim Planen der Küche mit Rat und Tat zur Seite“, erinnert sich Hankel.

So auch im Wasser & Brot und der Hotelbar, denn auf der Empore ist der Platz genauso rar, die Gläser dafür umso kostbarer. Und sie müssen schnell wieder in den Umlauf. In beiden Fällen sind Untertischmaschinen der Serie M-iClean U verbaut. Nachpolieren ist ein No-Go, nicht nur wegen der Zeit. „Glasbruch ist ein großes Thema, auch finanziell – ob bei Events oder durch falsche Handhabe, vom Polieren bis zum Einräumen der Spüle“, weiß Hankel aus Erfahrung. Alle Maschinen sind mit einem GiO-Modul ausgestattet – es entzieht dem Wasser nahezu alle Salze und zeigt so seine Wirkung: „Die Gläser kommen perfekt aus der Maschine, dadurch sind unsere Mitarbeiter deutlich effektiver und können sich mehr unseren Gästen oder den Events widmen.“

www.hotel-liberty.de

www.meiko.de


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