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Branchennews | 11.09.2018

Leipzig: Im Höhenflug

Blick über Leipzig / Motivbild: www.pixabay.com

Der Leipziger Hotelmarkt nahm im Jahr 2017 wieder deutlich an Fahrt auf: Befeuert durch das prosperierende Messegeschäft wurden fast 228.000 Hotelübernachtungen mehr gezählt als im Vorjahr, was einem Anstieg von gut neun Prozent entspricht.

Bei den Gästeankünften steht eine Zunahme um acht Prozent gegenüber dem Vorjahr zu Buche. Dies ergibt der „City Report Hotelmarkt Leipzig“ von BNP Paribas Real Estate. „Noch besser liest sich die mittelfristige Bilanz: Seit 2010 konnten die Gästeübernachtungen und -ankünfte um gut 46 beziehungsweise 43 Prozent gesteigert werden, was auf zwei wesentliche Entwicklungen zurückzuführen ist: Einerseits profitiert Leipzig signifikant vom allgemeinen Trend zu Städtereisen, andererseits schlägt sich auch das wirtschaftliche Comeback der Sachsenmetropole deutlich in der Tourismusstatistik nieder, zumal ein wesentlicher Teil der Hotelbuchungen in Leipzig auf Geschäftsreisende entfällt “, erläutert Alexander Trobitz, Head of Hotel Services bei BNP Paribas Real Estate. In Bezug auf den Marktanteil ausländischer Besucher hat der Leipziger Hotelmarkt allerdings noch einiges an Aufholpotenzial: Mit aktuell knapp 15 Prozent liegt der Anteil ausländischer Ankünfte niedriger als an allen anderen untersuchten Hotelstandorten.

Zweithöchste Wachstumsdynamik

In absoluten Zahlen liegt Leipzig mit knapp 2,7 Millionen Übernachtungen zwar auf dem letzten Platz der gewählten Vergleichsstandorte, dafür weist der Hotelmarkt in der sächsischen Stadt eine sehr hohe Wachstumsdynamik auf. Im Jahr erreichte die Stadt einen Anstieg der Übernachtungszahlen um neun Prozent – der zweite Platz hinter München, das mit einem Plus von 13 Prozent ein Rekordergebnis erzielen konnte. Mit Ausnahme von Berlin, wo die Übernachtungszahlen dem starken Wachstum der Vorjahre Tribut zollen mussten, konnten alle untersuchten Hotelstandorte ihren Wachstumstrend fortsetzen. In Bezug auf die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Hotelgäste liegt Leipzig zusammen mit Stuttgart mit 1,8 Tagen im Mittelfeld des Städteklassements.

Der Hotelmarkt in Leipzig hat auf den kräftigen Anstieg der Gästezahlen in den letzten Jahren reagiert und neue Übernachtungskapazitäten für Touristen und Geschäftsreisende geschaffen. Zwischen 2010 und 2017 kletterte die Bettenanzahl um etwa 23 Prozent oder in absoluten Zahlen ausgedrückt von etwa 10.800 auf gut 13.300. Die Zahl der Hotelbetriebe stieg währenddessen um knapp acht Prozent, was auf eine deutlich großzügigere Betriebsgröße der neu hinzugekommenen Hotels hinweist. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die Ausweitung der Bettenkapazität bis dato deutlich hinter dem Wachstum der Übernachtungszahlen (+46 Prozent) zurückgeblieben ist und etwaige Überkapazitäten somit nicht zu erkennen sind. Vielmehr konnte die Anzahl der Übernachtungen pro verfügbarem Hotelbett deutlich zulegen. Allerdings wird der Leipziger Hotelmarkt auch in naher Zukunft in Bewegung bleiben. Bis 2020 sind knapp 4.000 zusätzliche Hotelbetten in Planung, fast 30 Prozent des derzeitigen Bestands.

Zahlreiche neue Budget-Hotels

Die Neueröffnungen der vergangenen Jahre gruppieren sich vornehmlich innerhalb oder am Rand des inneren Rings und stärken somit die Innenstadt als Anlaufpunkt für auswärtige Gäste. Dabei fällt auf, dass sich mit dem ibis budget Leipzig City, dem Adina Apartment Hotel Leipzig, dem B&B Hotel Nikolaistraße und dem Meininger Hotel Leipzig Hauptbahnhof gleich vier Neueröffnungen entlang des Brühl positionieren. Interessanterweise entstammen fast alle Neuzugänge der letzten Jahre der markengebundenen Kettenhotellerie, die ihren Marktanteil damit deutlich ausbauen kann. Im Vergleich zu den anderen Top-Standorten ist die Position von Privathotels in Leipzig jedoch noch immer stark, etwa die Hälfte aller Hotels dürften noch vom Eigentümer betrieben werden.

Die anhaltend positive Entwicklung des Hotelmarkts motiviert bis einschließlich 2020 zahlreiche weitere Hotelgesellschaften zu einem Markteintritt in der sächsischen Metropole. Wiederum konzentrieren sich die meisten Hotelprojekte im Innenstadtbereich, vor allem rund um den Hauptbahnhof. Auch hier zeigt sich eine klare Dominanz der Kettenhotellerie, die in puncto Marktdurchdringung in den nächsten Jahren somit weiter aufholen wird. Über eine zügige Umsetzung der Projektpipeline dürften sich dabei die Freunde von Design-Hotels freuen: Vor allem das Vienna House Easy und das Capri by Fraser versprechen in ihrer jeweiligen Preislage gestalterischen Anspruch und eine lockere, kreative Atmosphäre. Seit langem erwartet ist auch die Wiedereröffnung des Hotels Astoria, das seine angestammte Rolle als erstes Haus am Platz wieder einnehmen will.

Das starke Wachstum der Gästezahlen in der sächsischen Metropole spiegelt sich auch in der Entwicklung der durchschnittlichen Belegungsrate auf dem Leipziger Hotelmarkt wider: Ausgehend von einem Wert von 64,2 Prozent im Jahr 2010, konnte die Auslastungsquote bis 2017 auf 70,6 Prozent gesteigert werden, womit Leipzig in etwa gleichauf mit den Business-Metropolen Düsseldorf und Frankfurt liegt.

Vergleichsweise hohe Investmentumsätze

Mit einem Hotel-Transaktionsvolumen von knapp 108 Millionen Euro erreichte Leipzig 2017 zum dritten Mal in Folge einen dreistelligen Millionenumsatz. Im Vergleich zum Vorjahr ging das Investmentvolumen jedoch spürbar zurück, was vor allem daran liegt, dass es im vergangenen Jahr anders als 2016 an großvolumigen Deals fehlte. So wurde das starke Investmentjahr 2016 merklich durch den Verkauf des 436 Zimmer zählenden The Westin Leipzig als Bestandteil des Interhotel-Portfolios beflügelt. Folglich lag auch das durchschnittliche Deal-Volumen 2017 mit 18 Millionen Euro niedriger als im Jahr zuvor (23 Millionen Euro). „Aus mittelfristiger Sicht kann sich das Investmentergebnis aber durchaus sehen lassen und liegt gut 58 Prozent über dem Durchschnitt der letzten Jahre. Grundsätzlich bleibt festzuhalten, dass der Hotel-Investmentmarkt von deutlichen Engpässen auf der Angebotsseite geprägt ist, während die Nachfrage nach wie vor sehr stark ist. Von daher besteht auch in den nächsten Jahren ein großes Potenzial für hohe Investmentumsätze, sofern sich die entsprechenden Kaufgelegenheiten am Markt finden”, so Alexander Trobitz.

www.realestate.bnpparibas.de


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