Management & Strategien | 05.11.2018

„Ein Hotelportal ist nicht mehr genug“

Fritz Zerweck ist Vorstand von ehotel / Foto: ehotel

Vor fünf Jahren trat die Aufhebung der Bestpreisklausel in Kraft. Im Kommentar zeigt Fritz Zerweck, Vorstand des Hotelportals ehotel, die Herausforderungen auf, vor denen Travel Manager heute stehen.

Ob Travel Manager in einem großen Konzern oder in einem kleinen mittelständischen Unternehmen – jeder kennt es: Die Suche nach dem besten Hotelangebot für die bevorstehende Dienstreise ist nicht immer einfach, denn die firmenspezifischen Reiserichtlinien legen fest, zu welchen Konditionen gebucht werden darf. Gleichzeitig ist es oberstes Ziel, das bestmögliche Angebot in Abhängigkeit vom zur Verfügung stehenden Budget zu finden. Travel Manager haben hierbei das Hotel als variablen Faktor der Geschäftsreise, der sich unmittelbar auf die Mitarbeiterzufriedenheit auswirkt, stets im Blick. Und dennoch ist es alltäglich, dass ein Hotel nicht zum optimalen Angebot gebucht wird. Aber das war doch früher nicht so? Noch vor einigen Jahren konnte der günstigste Preis oder die beste Kondition ganz einfach auf einem einzigen Portal gebucht werden. Was ist seitdem passiert und wieso ist die Hotelbeschaffung so kompliziert geworden?

Ein Beschluss des Bundeskartellamts vom 20. Dezember 2013 entschied, dass die Bestpreisklausel, nach der die Hoteliers vertragsmäßig dazu verpflichtet waren, dem jeweiligen Hotelportal den günstigsten Preis zu gewähren, nicht zulässig ist. Der Wegfall dieser, lange Zeit üblichen, vertraglichen Regelung hat die Hoteldistribution wesentlich verändert. Als Konsequenz daraus hat sich der Wettbewerb zwischen den einzelnen Anbietern erheblich verschärft, denn plötzlich sind Hoteliers vertraglich nicht mehr an ein einziges Buchungsportal gebunden, was ihnen zu deutlich mehr Handlungsspielraum verholfen hat.

Inzwischen ist es alltäglich, dass die einzelnen Hotels die Distributionspolitik selbst in die Hand nehmen, bedeutet: Dadurch, dass ihnen eine Vielzahl an Vertriebspartnern zur Verfügung steht, können sie die Verfügbarkeiten und Preise aktiv steuern und den Vertriebsmix für sich nutzen. Noch vor einigen Jahren haben Hoteliers außerdem eine relativ strikte Trennung von Vertriebskanal und Art der Reise vorgenommen. Das ist heute anders: Sowohl Hoteliers als auch die Buchungsportale selbst sind deutlich breiter aufgestellt. Hoteliers bieten den Portalen ihr Zimmerkontingent nicht mehr in Abhängigkeit von der Art der Reise an und Buchungsportale fokussieren zunehmend unterschiedliche Zielgruppen. Das sorgt ebenfalls für mehr Konkurrenz unter den Portalen.

Damit stehen auch Unternehmen für ihre Hotelbuchung eine Vielzahl an Portalen zur Verfügung. Doch in der Regel sind sie darauf bedacht, Dienstreisen schnell und effizient zu organisieren. Um in diesem Umfeld das beste Angebot zu finden, müssten vor jeder Buchung eigentlich alle marktrelevanten Portale wie HRS, Booking.com, Hotel.de, Expedia und ehotel verglichen werden. Das ist im Alltagsgeschäft eines Travel Managers nahezu unmöglich und würde die bei der Buchung möglicherweise erzielten Kostenvorteile aufgrund der eingesetzten Arbeitszeit wieder aufheben. Das führt zwangsläufig dazu, dass Sparpotentiale und andere Vorteile nicht ausgenutzt werden. Viele Travel Manager klagen darüber, dass umfangreiche und portalübergreifende Vergleiche auf dem Weg zum günstigsten Preis notwendig sind, denn ihr Arbeitsalltag wird dadurch zunehmend komplexer.

Doch in vielen Unternehmen wird auf diese Veränderung im Aufgabenfeld der Geschäftsreisebuchung bereits eingegangen: Der Anteil an Travel Managern mit einem eigenen Verantwortungsbereich hat laut VDR-Geschäftsreiseanalyse in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Und auch die Buchungsportale reagieren auf die gestiegenen Anforderungen, indem sie ihre Services so ausrichten, dass Hotels schneller gefunden werden und neben den eigenen Vertragshotels auch andere Hotels durch die Aggregation weiterer Buchungsplattformen angeboten werden. Unternehmen benötigen ein Rundum-Sorglos-Paket für die Hotelbuchung und die Portale sind gut beraten, auf dieses Bedürfnis einzugehen. Denn fest steht: Ein Dienstleister, der alle Angebote bündelt und somit einen umfassenden Marktüberblick abbildet, ist der ideale Partner, um größtmögliche Effizienz bei Planung und Abwicklung bei der Geschäftsreisebuchung sicherzustellen. Und auch die Hotels sollten nicht nur auf ein Portal setzen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sie in der global vernetzten Welt nicht ausreichend wahrgenommen werden und langfristig wirtschaftlich nicht bestehen können.

www.ehotel.de


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